Tokenisiert euch!

Im neuen KI-Web verlieren klassische Interfaces an strategischer Bedeutung. Websites werden zu Datenquellen für Maschinen, Tokens zur Leitwährung. Wer Inhalte nicht maschinenlesbar aufbereitet, wird übersehen. Unternehmen müssen Software künftig sowohl für Menschen als auch für Agenten gestalten – und um Sichtbarkeit in Sprachmodellen kämpfen.

t3n · 3. Quartal 2026

Das nächste Internet gehört den Agenten – und Tokens sind die neue Währung. Wie Unternehmen für Maschinen relevant werden. t3n-Titelgeschichte mit Stefan Wenzel als zitiertem E-Commerce-Experten.

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**t3n Magazin Nr. 84** | 3. Quartal 2026 | Text: Katja Scherer

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> **„Wenn die Auswahl nicht mehr im Interface stattfindet, verliert das Interface seine strategische Bedeutung.“**

> — *Stefan Wenzel in t3n 84*

## Worum es geht

Die t3n-Titelgeschichte „Tokenisiert euch!“ von **Katja Scherer** beschreibt den Übergang vom heutigen Mitmach-Web zu einem KI-Web, in dem Agenten, Sprachmodelle und Tokens die Spielregeln bestimmen. Websites werden zu Datenquellen für Maschinen, klassische Interfaces verlieren an Bedeutung, und **Tokens** – die Datenschnipsel, mit denen Sprachmodelle arbeiten – entwickeln sich zur neuen Leitwährung.

Zu Wort kommen u. a. Zukunftsforscherin Christiane Varga, SAP-CAIO Jonathan von Rüden, Informationswissenschaftler Dirk Lewandowski (HAW Hamburg), HIIG-Forschungsdirektorin Jeanette Hofmann, BI-Norwegian-Professor Jonas Kunst, Zalando-SVP Graeme Smith – und **Stefan Wenzel** als E-Commerce-Experte.

## Stefan Wenzels Beitrag: Agentic Commerce und das Ende des Interfaces als Machtzentrum

Im Abschnitt **„KI-Agenten kaufen ein“** ordnet Stefan Wenzel die strukturellen Folgen für Hersteller, Marken und Händler ein. Seine Kernpunkte aus dem Artikel:

- Hersteller und Händler sollten sich **frühzeitig auf strukturelle Veränderungen** in der Branche einstellen und ihre Systeme und Daten so aufbereiten, dass sie für KI-basierte Entscheidungsprozesse nutzbar sind.

- Dafür entstehen neue Protokolle und Standards – etwa das **Universal Commerce Protocol** von Google, das Agenten mit den Backends von Onlineshops verbindet, sowie das **Agentic Commerce Protocol**, an dem OpenAI innerhalb des eigenen Ökosystems arbeitet.

- Sichtbarkeit verschiebt sich: Marken müssen künftig **von LLMs empfohlen** werden, um wahrgenommen zu werden.

> „Im aktuellen Machtkampf geht es um drei Ebenen: digitale Sichtbarkeit, die Kontrolle über Entscheidungslogiken und die zugrunde liegende Infrastruktur im KI-basierten Handel.“

Deutsche Unternehmen, so Wenzel im Artikel, gestalten diesen Wettbewerb bisher kaum mit. Die Abhängigkeit des deutschen E-Commerce von externen Systemen wie Suchmaschinen könnte sich verschärfen – klassische Plattformen und Händler riskieren, den direkten Kundenkontakt zu verlieren und zu **Erfüllungsgehilfen externer KI-Systeme** zu werden.

> „Wenn die Auswahl nicht mehr im Interface stattfindet, verliert das Interface seine strategische Bedeutung.“

## Warum der Artikel wichtig ist

Die Story bündelt einen Diskurs, der bisher in Fachkreisen geführt wurde: **Race to Zero UI**, **Answer Engine Optimization**, **maschinenlesbare Inhalte**, **Tokenmaxxing** als Recruiting- und Controlling-Größe, **Agentic Commerce** als nächste Welle des Onlinehandels. Für Entscheider:innen in Handel, Marketing und Produkt ist sie eine kompakte Standortbestimmung – mit konkreten Handlungsimpulsen.

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*Die vollständige Titelgeschichte „Tokenisiert euch!“ von Katja Scherer ist in **t3n Magazin Nr. 84** (3. Quartal 2026, S. 12–21) erschienen.*

Original lesen

Zum Weiterlesen: Agentic Commerce — Stefan Wenzel

STEFAN WENZEL